{"id":383,"date":"2024-12-09T00:00:32","date_gmt":"2024-12-09T00:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/nicolasgallade.ch\/?p=383"},"modified":"2025-04-25T07:24:57","modified_gmt":"2025-04-25T07:24:57","slug":"ihre-talente-sind-unsere-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nicolasgallade.ch\/index.php\/2024\/12\/09\/ihre-talente-sind-unsere-zukunft\/","title":{"rendered":"Ihre Talente sind unsere Zukunft"},"content":{"rendered":"<div  class='flex_column av-ooep-c40bf697f888d4de83bdd3c084449712 av_one_full  avia-builder-el-0  avia-builder-el-no-sibling  first flex_column_div  '     ><p>\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-l2w7rzvm-650de483183eaa38bb74abd37398829b\">\n.avia-image-container.av-l2w7rzvm-650de483183eaa38bb74abd37398829b img.avia_image{\nbox-shadow:none;\n}\n.avia-image-container.av-l2w7rzvm-650de483183eaa38bb74abd37398829b .av-image-caption-overlay-center{\ncolor:#ffffff;\n}\n<\/style>\n<div  class='avia-image-container av-l2w7rzvm-650de483183eaa38bb74abd37398829b av-styling- avia-align-center  avia-builder-el-1  el_before_av_hr  avia-builder-el-first '   itemprop=\"image\" itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/ImageObject\" ><div class=\"avia-image-container-inner\"><div class=\"avia-image-overlay-wrap\"><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" class='wp-image-333 avia-img-lazy-loading-not-333 avia_image ' src=\"https:\/\/nicolasgallade.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/241209_Talente_sind_zukunft.png\" alt='' title='241209_Talente_sind_zukunft'  height=\"1250\" width=\"1667\"  itemprop=\"thumbnailUrl\" srcset=\"https:\/\/nicolasgallade.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/241209_Talente_sind_zukunft.png 1667w, https:\/\/nicolasgallade.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/241209_Talente_sind_zukunft-300x225.png 300w, https:\/\/nicolasgallade.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/241209_Talente_sind_zukunft-1030x772.png 1030w, https:\/\/nicolasgallade.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/241209_Talente_sind_zukunft-768x576.png 768w, https:\/\/nicolasgallade.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/241209_Talente_sind_zukunft-1536x1152.png 1536w, https:\/\/nicolasgallade.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/241209_Talente_sind_zukunft-1500x1125.png 1500w, https:\/\/nicolasgallade.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/241209_Talente_sind_zukunft-705x529.png 705w\" sizes=\"(max-width: 1667px) 100vw, 1667px\" \/><\/div><\/div><\/div><br \/>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-kykk9sf4-dbfbf82eff6975594fea3f18a47eb560\">\n#top .hr.hr-invisible.av-kykk9sf4-dbfbf82eff6975594fea3f18a47eb560{\nheight:20px;\n}\n<\/style>\n<div  class='hr av-kykk9sf4-dbfbf82eff6975594fea3f18a47eb560 hr-invisible  avia-builder-el-2  el_after_av_image  el_before_av_textblock '><span class='hr-inner '><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><\/div><br \/>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-kykk4rss-f647750f84b5c73f64cb6237cb66708b\">\n#top .av_textblock_section.av-kykk4rss-f647750f84b5c73f64cb6237cb66708b .avia_textblock{\nfont-size:18px;\n}\n\n@media only screen and (min-width: 768px) and (max-width: 989px){ \n#top .av_textblock_section.av-kykk4rss-f647750f84b5c73f64cb6237cb66708b .avia_textblock{\nfont-size:16px;\n}\n}\n\n@media only screen and (min-width: 480px) and (max-width: 767px){ \n#top .av_textblock_section.av-kykk4rss-f647750f84b5c73f64cb6237cb66708b .avia_textblock{\nfont-size:14px;\n}\n}\n\n@media only screen and (max-width: 479px){ \n#top .av_textblock_section.av-kykk4rss-f647750f84b5c73f64cb6237cb66708b .avia_textblock{\nfont-size:14px;\n}\n}\n<\/style>\n<section  class='av_textblock_section av-kykk4rss-f647750f84b5c73f64cb6237cb66708b '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><h2>Kinder mit Migrationsgeschichte: Ihre Talente sind unsere Zukunft<\/h2>\n<p><strong>Wenn wir wollen, dass Kinder ihre Talente entfalten, brauchen sie eine sichere Existenz, fr\u00fche F\u00f6rderung, formale und non-formale Bildung und nicht zuletzt: Partizipation. Wir brauchen darum Verbesserungen in der Asylf\u00fcrsorge und Chancengerechtigkeit f\u00fcr alle Kinder, auch f\u00fcr jene mit Migrations- oder Fluchtgeschichte. Wir k\u00f6nnen es uns als Gesellschaft nicht leisten, ihre Talente zu verschwenden.<\/strong><\/p>\n<p>Wer erfolgreiche Integrationsgeschichten sucht, schaut am besten Fussball. Wo l\u00e4sst es sich besser zeigen, wie ehemalige Kinder mit Migrationshintergrund zu Idolen f\u00fcr breite Bev\u00f6lkerungsschichten werden \u2013 und wie sie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen? Kein Wunder, landete ich beim zentralen Thema meiner diesj\u00e4hrigen 1.-August-Rede bei unserer Fussball-Nationalmannschaft. Weil sie identit\u00e4tsstiftend ist!<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Fussball-EM hatte ich das Gef\u00fchl, dass sie die Schweiz verbindet wie kaum etwas anderes. Von Genf bis Romanshorn, von Basel bis Chiasso haben so viele Menschen mitgefiebert, als die Schweiz mit einem fr\u00fchen Tor gut ins Turnier startete, Deutschland an den Rand einer Niederlage brachte, Titelverteidiger Italien im Achtelfinale bezwang, und gegen England in F\u00fchrung ging \u2013 und dann im Penaltyschiessen ausschied. Viele Menschen in der Schweiz haben diese Szenen und die Achterbahn der Gef\u00fchle im gleichen Moment auf \u00e4hnliche Weise erlebt. Unabh\u00e4ngig davon, ob Romand oder Deutschschweizerin, ob St\u00e4dterin oder Bewohner einer Landgemeinde, ob SVPlerin oder SPler, ob arm oder reich.<\/p>\n<p>Wenn ich von Fussball (und vielen anderen Sportarten) als \u00abIntegrationsmotor\u00bb spreche, so meine ich damit weit mehr als unsere Nationalmannschaft. Ich denke an die Quartierfussballvereine, die in meiner Heimatstadt Winterthur aktiv sind, wo der Teamsport ein aus- gezeichnetes \u00dcbungsfeld f\u00fcr Kinder und Jugendliche ist: Sie kn\u00fcpfen vielf\u00e4ltige Beziehungen, lernen Fairplay und erleben ihre eigene Wirksamkeit. Solche \u00dcbungsfelder sind f\u00fcr benachteiligte oder gef\u00e4hrdete migrantische Kinder und Jugendliche besonders wichtig. Aber auch allen anderen tun sie gut. Denn viele Perspektiven werden erst durch die non-formale Bildung erm\u00f6glicht \u2013 also durch Erfahrungen ausserhalb der Schule.<\/p>\n<p>In Winterthur legen wir zum Beispiel Wert auf ein breites, niederschwelliges und partizipatives Angebot der offenen Jugendarbeit. Die Angebote werden mit und f\u00fcr die Nutzenden gestaltet, und benachteiligte Gruppen werden gezielt angesprochen. So erinnere ich mich gut an die strahlenden Kindergesichter in der Fl\u00fcchtlingsunterkunft, als sie zum ersten Mal ein Velo ausprobieren durften. Das f\u00f6rdert nicht nur das Ver- trauen in die eigenen F\u00e4higkeiten, sondern erm\u00f6glicht es sp\u00e4ter auch, der r\u00e4umlichen Enge zu entfliehen und g\u00fcnstig mobil zu sein.<\/p>\n<p><strong>Wir wissen, was junge Menschen brauchen<\/strong><\/p>\n<p>Die Schweiz lebt von gelungenen Integrationsbiografien von jungen Menschen \u2013 nicht nur im Fussball. In Zukunft werden wir noch viel st\u00e4rker auf sie angewiesen sein. Junge Menschen im Migrationskontext sind nicht nur unsere Fussballstars von morgen, sondern auch unsere \u00c4rztinnen, unsere Handwerker, unsere Unternehmerinnen, unsere Forschenden, unsere Sozial- arbeitenden. Ihre Talente sind unsere Zukunft.<\/p>\n<p>Eigentlich wissen wir, was es braucht, um Kinder und Jugendliche so zu f\u00f6rdern, dass sie ihre Talente entfalten k\u00f6nnen. Auch die entsprechenden verfassungsm\u00e4ssigen und gesetzlichen Grundlagen liegen vor. Die Bundes- verfassung r\u00e4umt Kindern und Jugendlichen einen An- spruch auf \u00abbesonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf F\u00f6rderung ihrer Entwicklung\u00bb ein. Die UNO-Kinderrechtskonvention garantiert unter anderem das Recht auf Anh\u00f6rung und Partizipation, das Recht auf Information, auf Gesundheit, auf Bildung und einen an- gemessenen Lebensstandard.<\/p>\n<p>In Bezug auf Kinder mit einem Fluchthintergrund oder einer schwierigen Migrationsgeschichte geht unsere politische und gesellschaftliche Verantwortung weit \u00fcber den Schutz zum \u00dcberleben hinaus. Das Ziel muss eine gesunde Entwicklung mit Perspektiven sein.<\/p>\n<p><strong>Handlungsbedarf beim Gesetzgeber<\/strong><\/p>\n<p>Leider sieht die Praxis nicht so aus. Bereits bei der blossen Existenzsicherung hapert es. Eine k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Studie der Charta Sozialhilfe \u00fcber die materielle Situation von Kindern und Jugendlichen in der Sozialhilfe (H\u00f6glinger, Heusser &amp; Sager 2024)* hat auch den Asyl- und Fl\u00fcchtlingsbereich betrachtet. Gem\u00e4ss Asylgesetz liegt der Unterst\u00fctzungsansatz f\u00fcr Menschen mit Ausweis N, F oder S unter dem regul\u00e4ren Ansatz der Sozialhilfe. Zust\u00e4ndig f\u00fcr dessen Festlegung sind die Kantone und teilweise die Gemeinden, was zu massiven Unterschieden f\u00fchrt. Eine vierk\u00f6pfige Familie erh\u00e4lt so je nach Wohnort eine zwischen 10 und 50 Prozent tiefere Grundpauschale, als von der Schweizerischen Konferenz f\u00fcr Sozialhilfe (SKOS) und der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) f\u00fcr die Sozialhilfe festgelegt ist. Die Studie h\u00e4lt fest, dass dies \u00absachlich kaum zu begr\u00fcnden\u00bb sei und \u00abweder die K\u00fcrzung an sich noch der Umfang der K\u00fcrzung auf empirischen und wissenschaftlichen Grund- lagen\u00bb fusse. Sie zeigt auf, dass von der Asylf\u00fcrsorge unterst\u00fctzte Kinder \u00abfaktisch unter dem sozialen Existenzminimum leben\u00bb, und konstatiert, \u00abdies hat negative Auswirkungen auf das Kindeswohl und erschwert die gesellschaftliche Integration und Teilhabe\u00bb.<\/p>\n<p>Es ist ein Armutszeugnis f\u00fcr die Politik, wenn Kinder in Armut aufwachsen m\u00fcssen. Die St\u00e4dteinitiative Sozialpolitik setzt sich schon l\u00e4nger daf\u00fcr ein, dass dieser Missstand behoben wird. Ihre Position: Gefl\u00fcchtete Personen mit Schutzbedarf, von denen eine Integrationsleistung erwartet wird (also insbesondere vorl\u00e4ufig Aufgenommene und Personen aus der Ukraine mit Status S) sollten mit den Ans\u00e4tzen der regul\u00e4ren Sozialhilfe unterst\u00fctzt werden. Die Asylsozialhilfe ist dem sozialen Existenzminimum anzun\u00e4hern, und die bestehende Rechtsungleichheit ist zu beheben.<\/p>\n<p>Wenn wir wollen, dass Kinder ihre Talente entfalten, m\u00fcssen wir daf\u00fcr auch die Basis legen \u2013 eine sichere Existenz, fr\u00fche F\u00f6rderung, formale und non-formale Bildung und nicht zuletzt: Partizipation. Es braucht Chancengerechtigkeit f\u00fcr alle Kinder und Jugendlichen. Denn wir k\u00f6nnen es uns nicht leisten, ihre Talente zu verschwenden.<\/p>\n<p><em>Nicolas Gallad\u00e9, Stadtrat und Vorsteher Departement Soziales<\/em><\/p>\n<p><strong>*H\u00f6glinger, Dominic; Heusser, Caroline &amp; Sager, Patrice. 2024. Die materielle Situation von Kindern und Jugendlichen in der Sozialhilfe. Im Auftrag der Charta Sozialhilfe. Bern: B\u00fcro f\u00fcr arbeits- und sozialpolitische Studien BASS.<\/strong><\/p>\n<p><strong>St\u00e4dteinitiative Sozialpolitik. 2024. Kinderrechte \u2013 Wie St\u00e4dte die Rechte aller Kinder ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnen. Herbstkonferenz vom 13. September 2024 in Genf. <a href=\"https:\/\/staedteinitiative.ch\/de\/Info\/Konferenzthemen\/Kinderrechte_(92024)\">https:\/\/staedteinitiative.ch\/<\/a> <a href=\"https:\/\/staedteinitiative.ch\/de\/Info\/Konferenzthemen\/Kinderrechte_(92024)\">de\/Info\/Konferenzthemen\/Kinderrechte_(92024)<\/a> (2.10.2024).<\/strong><\/p>\n<\/div><\/section><\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir wollen, dass Kinder ihre Talente entfalten, brauchen sie eine sichere Existenz, fr\u00fche F\u00f6rderung, formale und non-formale Bildung und nicht zuletzt: Partizipation. 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