Livia Peng – Noelle Maritz – Viola Calligaris – Geraldine Reuteler – Viola Calligaris – Geraldine Reuteler – Ana-Maria Crnogorčević – Alayah Pilgrim – Alisha Lehmann – Ana-Maria Crnogorčević – Geraldine Reuteler – Riola Xhemaili. So lautete der 12-stellige-Code, mit dem am letzten Donnerstag in der der Nachspielzeit das Fussballnationalteam in Genf das finnische Tor knackte und eine kollektive Begeisterung auslöste. Dank dem 1:1 schaffte die Schweiz erstmals den Einzug ins Viertelfinale einer Europameisterschaft.
Es war der bisherige Höhepunkt an dieser Europameisterschaft, die mit einem noch nie dagewesenen spielerischen Niveau auf dem Platz einen Quantensprung markiert. Selbiges gilt auch neben dem Platz: Der Frauenfussball, dessen von Hürden gesäumte Geschichte eng mit der Geschichte der Gleichberechtigung verknüpft ist, ist in der Gesellschaft angekommen. Die Zuschauer:innen-Zahl in den Stadien war in der Vorrunde so hoch wie noch nie an einer EM. Dasselbe gilt für die TV-Einschaltquoten. Die Stimmung vor und nach den Spielen, die Anzahl der Public-Viewing-Anlässe, auch in Winterthur, setzen neue Massstäbe.
Mit der Begeisterung war es nicht immer so weit her. Der Bundesrat wollte zwischenzeitlich gerade einmal vier Millionen Franken für die Euro sprechen. Erst eine Petition aus dem Kreis engagierter Personen aus dem Frauenfussball um Sarah Akanji und Laura Kaufmann und geschicktes Lobbying führte dazu, dass das eidgenössische Parlament den Betrag auf wenigstens 15 Millionen Franken aufstockte. Auch fussballerisch lief es nicht rund: Seit Ende Oktober letzten Jahres war die Schweiz sieglos. Die mediale Kritik an Nationaltrainerin Pia Sundhage – eine der erfolgreichsten Frauenfussball-Trainerinnen – blieb nicht aus.
Den stimmungs- und resultatmässigen Turnaround schaffte das Nationalteam Ende Juni im letzten Vorbereitungsspiel, bei dem es mit einem 4:1 gegen Tschechien auf die Erfolgsspur zurückkehrte. Und auf der Schützenwiese vom Publikum in einer stimmungsvollen Atmosphäre gefeiert wurde. Den Funktionär:innen, Team- und Turnierverantwortlichen fiel ein Stein vom Herz. «Das ist genau das, was wir gebraucht haben», lautete der Tenor.
Seit letztem Donnerstag, 22:48 Uhr, und dem Tor nach der eingangs erwähnten Passfolge wissen wir zwei Dinge. Erstens: Der Geist von Winterthur und der «Schützi-Spirit» haben gewirkt. Zweitens: Man kann ein Spiel auch 1:1 gewinnen.
Nicolas Galladé, Stadtrat und Vorsteher Departement Soziales




